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Angsthunde
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Warum ein Hund aus dem Ausland?

Sicherheit von Anfang an

Für einen Hund aus dem Tierschutz ist die neue Umgebung zunächst völlig fremd. Unbekannte Geräusche, Menschen oder Situationen können selbst einen sonst ruhigen Hund plötzlich erschrecken und einen starken Fluchtreflex auslösen. Gerade in den ersten Tagen und Wochen ist deshalb eine konsequente und zuverlässige Sicherung besonders wichtig.

Ein gut sitzendes Sicherheitsgeschirr, die doppelte Sicherung mit Halsband und Leinen sowie besondere Vorsicht an Türen, Fenstern, im Garten und beim Transport im Auto können verhindern, dass der Hund in einer Schrecksituation entwischt. Auch wenn bereits Vertrauen entstanden ist, sollte die Sicherung erst schrittweise gelockert werden.

Die richtige Sicherung ist keine übertriebene Vorsicht – sie kann im entscheidenden Moment das Leben deines Hundes retten.

Im folgenden Infoblatt erfährst du, wie du deinen Hund in der ersten Zeit richtig sicherst und welche Gefahrenquellen du unbedingt beachten solltest.

Vertrauen braucht Zeit

Manche unserer Hunde haben in ihrem bisherigen Leben wenig Gutes erlebt. Sie wurden ausgesetzt, schlecht behandelt oder mussten lange auf der Straße ums Überleben kämpfen. Deshalb reagieren einige Hunde anfangs ängstlich oder unsicher gegenüber Menschen, neuen Situationen oder Umweltreizen.

Ein Angsthund braucht vor allem Zeit, Geduld und Verständnis.

Mit Ruhe, Sicherheit und liebevoller Führung lernen viele dieser Hunde Schritt für Schritt, Vertrauen aufzubauen und ihr neues Leben zu genießen. Oft sind es gerade diese Hunde, die später eine besonders enge Bindung zu ihren Menschen entwickeln.

Infoblatt Angsthunde

Eingewöhnungszeit 

Die ersten Tage im neuen Zuhause sind für viele Tiere aufregend und ungewohnt. Neue Menschen, Geräusche, Gerüche und Abläufe müssen erst kennengelernt werden.

Gib Deinem neuen Familienmitglied deshalb Zeit, in Ruhe anzukommen.

Ein geregelter Alltag, feste Ruheplätze und Geduld helfen Ihrem Hund oder Ihrer Katze, Vertrauen aufzubauen.

Überfordere das Tier anfangs nicht und erwarte nicht sofort „perfektes“ Verhalten.

Mit Liebe, Verständnis und etwas Zeit entsteht Schritt für Schritt eine enge Bindung.

Ein Hund zieht ein     -    Eine Katze zieht ein

 

Gesundheit unserer Tiere

Unsere Tiere werden vor ihrer Ausreise tierärztlich untersucht, geimpft, gechippt und entsprechend den jeweiligen Voraussetzungen auf wichtige Krankheiten getestet. Dennoch haben viele unserer Hunde und Katzen zuvor auf der Strasse, in Tötungsstationen oder unter schwierigen Bedingungen gelebt. Nicht jede Erkrankung oder gesundheitliche Beeinträchtigung ist zum Zeitpunkt der Vermittlung bereits erkennbar und manche Beschwerden können sich erst später zeigen.

Über bekannte Erkrankungen, Befunde oder gesundheitliche Besonderheiten informieren wir unsere Adoptanten selbstverständlich offen und transparent.

Mit guter medizinischer Versorgung, liebevoller Fürsorge und regelmässigen tierärztlichen Kontrollen können auch Tiere mit gesundheitlichen Einschränkungen ein glückliches und erfülltes Leben führen.

In dieser Broschüre von Parasitus Ex e.V. erfährst du mehr über Mittelmeerkrankheiten.

Eine zweite Chance für Tiere aus Rumänien

In Rumänien landen noch immer viele Strassenhunde in sogenannten Tötungsstationen. Was sie dort erwartet, ist oftmals erschütternd: überfüllte und verschmutzte Zwinger, kaum Schutz vor Kälte oder Hitze, unzureichende Futter- und Wasserversorgung und häufig keine oder nur minimale medizinische Betreuung. Kranke, verletzte, alte und junge Hunde werden gemeinsam untergebracht, Rückzugsmöglichkeiten gibt es kaum. Angst, Stress und permanenter Lärm bestimmen für viele Tiere den Alltag.

Je nach Station und Auslastung droht den Hunden zudem die Tötung, wenn sie nicht rechtzeitig adoptiert oder von Tierschutzorganisationen übernommen werden.

Durch unsere Tierschutzarbeit versuchen wir, so viele Tiere wie möglich aus diesen Situationen zu retten, sie medizinisch zu versorgen und ihnen die Chance auf ein neues Leben zu schenken.

Ein besonderer Erfolg war für uns Cornetu. Über viele Jahre haben wir die Hunde in dieser Tötungsstation versorgt und mehr als 2'000 von ihnen gerettet. Im Juni 2025 konnten schliesslich auch die letzten Hunde gemeinsam mit VETO und weiteren Tierschützern in Sicherheit gebracht werden. Heute ist die Tötungsstation Cornetu geschlossen.

Doch Cornetu ist leider nur eine von vielen Geschichten. In Rumänien existieren weiterhin zahlreiche Tötungsstationen, in denen unzählige Hunde unter schwierigen Bedingungen auf ihre Rettung warten. Für uns bedeutet die Schliessung von Cornetu deshalb nicht das Ende unserer Arbeit – sondern die Hoffnung, dass Veränderung möglich ist.

Jede Adoption schenkt einem Hund oder einer Katze die Chance auf ein Leben in Sicherheit, Liebe und Geborgenheit – und ermöglicht uns gleichzeitig, einem weiteren Tier in Not zu helfen.


Mehr über unsere Rettungsmission in Cornetu hier.

Vielleicht stellst du dir die Frage, warum man einen Hund aus dem Ausland adoptiert, obwohl auch unsere Tierheime häufig voll oder sogar überfüllt sind.

Diese Frage hören wir oft – und sie ist absolut nachvollziehbar. Für uns bedeutet sie vor allem eines: Aufklärung darüber, warum Auslandstierschutz wichtig ist und weshalb sich viele Menschen bewusst dafür entscheiden, einem Hund aus dem Ausland eine Chance zu geben.

In vielen süd- und osteuropäischen Ländern spielt Tierschutz leider noch immer nur eine geringe Rolle. Vor Ort fehlt es oft an Strukturen, finanziellen Mitteln und Unterstützung. Strassenhunde gehören dort vielerorts zum Alltag, und unzählige Tiere leben unter schwierigen Bedingungen oder kämpfen täglich ums Überleben.

Dennoch hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt. Durch das Engagement vieler Tierschützer, Vereine und Hilfsprojekte – auch aus Deutschland – konnte bereits viel erreicht werden. Besonders wichtig sind dabei Kastrationskampagnen, denn sie sind langfristig der einzige nachhaltige Weg, das Leid der Tiere zu verringern. Auslandstierschutz bedeutet deshalb nicht nur Vermittlung, sondern vor allem Hilfe vor Ort, Aufklärung und Prävention.

Solange sich die Situation in den betroffenen Ländern jedoch nicht grundlegend verändert, sind Vermittlungen nach Deutschland für viele Tiere die einzige Chance auf ein sicheres Leben. Für uns bedeutet das in erster Linie: Leben retten – auch wenn es „nur“ das eines einzelnen Hundes ist. Für dieses Tier bedeutet es alles.

Oft wird Auslandstierschützern vorgeworfen, dass Hunde aus dem Ausland deutschen Tierheimhunden die Vermittlungschancen nehmen würden. Auf den ersten Blick mag dieser Gedanke verständlich erscheinen, doch in der Realität ist die Situation deutlich komplexer. Viele deutsche Tierheime beherbergen grosse, ältere oder schwer vermittelbare Hunde. Familien suchen jedoch häufig einen kleinen bis mittelgrossen, alltagstauglichen Begleiter. Wer keinen passenden Hund findet, entscheidet sich deshalb nicht automatisch für einen anderen Tierheimhund.

Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen bewusst darauf verzichten möchten, einen Hund beim Züchter oder gar beim Händler zu kaufen. Statt die weitere „Produktion“ von Hunden zu unterstützen, möchten sie lieber einem bereits existierenden Tier eine zweite Chance schenken – unabhängig davon, ob dieses Tier aus Deutschland, Spanien, Rumänien oder einem anderen Land stammt.

Am Ende sollte nicht die Herkunft eines Hundes entscheiden, sondern die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und einem Tier ein liebevolles Zuhause zu schenken.

Tierschutz kennt keine Landesgrenzen!